Unser Weihnachten

Weihnachten… Allein das Wort klingt für mich so festlich, so feierlich. Ich muss dabei an leuchtende Weihnachtsbäume, an Gold und Glitzer denken. Der Duft von Selbstgebackenem und Rotkohl liegt in der Luft. Kerzen werden angezündet, alle kommen zur Ruhe. Der Stress der vergangenen Tage liegt hinter uns…

Unsere Familien sind seit eh und je recht flexibel was die Planung der Feiertage betrifft. Die meisten von uns arbeiten nicht in den typischen nine-to-five Berufen. Wir arbeiten in der Gastronomie, in Krankenhäusern und Altenheimen. Alles Berufe an denen man keine Feiertage und kein Wochenende kennt.

“Heiligabend sind wir aber immer unter uns!”

Das gibt es bei uns einfach nicht. Es geht uns an Weihnachten nicht darum auf Prinzipien zu reiten. Es geht uns darum mit unseren Familien zusammen zu sein! Egal an welchem Tag. Es gab schon Weihnachtsfeste am 27.12.- weil es uns wichtig ist, auf Diejenigen, die arbeiten Rücksicht zu nehmen. So planen wir um die jeweiligen Dienstpläne einfach drum herum.

In diesem Jahr werden wir an Heiligabend mit meiner Familie zusammen sein. Es wird voll bei uns- wir sind 11 Erwachsene und 4 Kinder. Wir treffen uns zum Kaffeetrinken, dann folgt die Bescherung. Ich hoffe wir können alte Traditionen wahren und ein paar weihnachtliche Lieder singen oder Gedichte hören. In den letzten Jahren haben wir ganz klassisch Gans mit Rotkohl und Knödeln gegessen. In diesem Jahr haben wir uns auf Grünkohl geeinigt. Meine Familie ist die typische “Kartoffelsalat und Würstchen Fraktion”. Sascha und ich gar nicht. Da wir es allerdings entspannt angehen lassen wollen, gibt es eben unser aller Zweitliebstes Gericht: Grünkohl! Das macht sich ja fast von allein.

Am ersten Weihnachtstag ist dann unser kleiner Familientag. Wir sind noch dabei unsere eigenen Traditionen zu finden. Eines ist uns jedoch wichtig:

Ein Blick zurück- wofür sind wir dankbar in diesem Jahr? Was waren weniger schöner Momente?

Darüber sprechen wir mit unseren Kindern. Wir wollen dankbar sein für die schönen Momente, für die glücklichen Begebenheiten. Wir wollen an jene erinnern, die in diesem Jahr von uns gegangen sind. Gleichzeitig ist da die Vorfreude auf das was vor uns liegt.

Wir werden einen schönen Spaziergang machen, eine Weihnachtsgeschichte lesen. Auch bei uns gibt es dieses Jahr keinen Braten, es gibt Käse Fondue. Und Bratäpfel. Nach der Bescherung, wenn die Kinder schlafen, werden wir uns mit einem schönen Glas Wein hinsetzen, Frank Sinatra hören und über Gott und die Welt reden.

Seit 2013 kaufen wir jedes Jahr einen besonderen Baumschmuck. Einen Anhänger, der uns an das vergangene Jahr erinnert. Mittlerweile sind ein paar Anhänger zusammen gekommen. Der erste war der Baby Junge- Leo kam in dem Jahr zur Welt. In diesem Jahr kam ein Baby Mädchen dazu- Carlotta wurde geboren. Und eine Sternschnuppe- meine Oma ist vor kurzem von uns gegangen. So finden sich an unserem Baum schöne und traurige Momente wieder.

Am zweiten Weihnachtstag fahren wir zu Saschas Familie. Auch dort werden wir wieder gemeinsam essen. Am meisten freue ich mich über den selbstgemachten Eierlikör von Saschas Mama. Es gibt einfach keinen besseren. Das Rezept gibt es weiter unten.

An dem Weihnachtsbaum von Saschas Eltern sind immer echte Kerzen. Das gibt eine ganz besondere Stimmung, die ich sehr mag. Ich kenne das von mir zu Hause gar nicht, da gab es immer schon Lichterketten. So freue ich mich also über die Abwechslung und staune wie ein kleines Kind.

Heute habe ich alle Geschenke verpackt. Ich freue mich sehr darauf, wenn diese ausgepackt werden. Hoffentlich gefällt allen, was wir für sie ausgesucht haben. Nur noch dreimal schlafen… Mit 35 fühle ich mich manchmal doch wieder wie das kleine Mädchen, was einfach nicht abwarten kann und schon ganz aufgeregt ist.

Weihnachten, und schließlich Silvester, ist für mich der feierliche Abschluß eines Jahres. Altes lassen wir hinter uns, Neues liegt vor uns. Wie ein leeres Buch, welches darauf wartet gefüllt zu werden. Die Welt steht einem offen. Man kann alles lassen wie es ist oder alles ändern. Man kann mutig sein oder vorsichtig. Wir haben alle Möglichkeiten.

Wir wünschen euch ein wunderbares Weihnachtsfest- mit allem Glanz und Gloria. Genießt den Moment, legt das Smartphone zur Seite und seid einfach #dickbetrunkenundglücklich!

Das geheime Eierlikörrezept

Zutaten:

5 ganze Eier

5 Eigelb

2 Packungen Puderzucker

1/4l Weingeist

3 Becher Sahne

Mark 1 Vanilleschote

evtl. 1 Prise Safran

Die Eier und das Eigelb mit dem gesiebten Puderzucker schaumig schlagen. Weingeist einrühren. Die halbfest geschlagene Sahne unterheben und den Likör in Flaschen füllen. Im Kühlschrank ist er 6-8 Wochen haltbar.

Autor: Nadine

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