Verstärkung gesucht! #Auszubildende

Es gab eine Zeigt in meinem Leben, und auch bei Sascha, in der ich meine Arbeit einfach nicht mehr mochte. Diese Zeit gab es bei mir bisher zweimal. Es war nicht die Arbeit an sich, die ich nicht mehr mochte. Vielmehr waren es die Umstände. Die Hintergründe. Dinge über die man sich als “Angestellter” eben so ärgert. Nicht genehmigte Freiwünsche oder Urlaubstage. Faule Kollegen. Überstunden, weil einfach Personal gefehlt hat. Kollegen die krank sind. Niemand kümmert sich um die eigene Weiterentwicklung. Andere werden befördert, dabei ist man doch selbst schon so lange da und müsste endlich an der Reihe sein…

Wie gesagt, es war meistens nicht die Arbeit an sich. Ich liebe es Menschen eine Freude zu machen, ich mag den Stress den die Arbeit in der Gastronomie mit sich bringt. Ich mochte immer den rauen Ton, der zwischen Service und Küche herrscht- am Ende des Tages waren wir stets Freunde und stolz auf unsere Leistung. Je voller das Restaurant war umso mehr Spaß machte es. Und doch kam dieser Punkt an dem ich nicht mehr glücklich war. Was war passiert? Gab es gar einen Schuldigen? Na klar! Alle anderen, nur nicht ich selbst. Für mein dafürhalten gab ich stets mein Bestes. Hatte eine Beförderung verdient.

Ich wurde tatsächlich in jedem Betrieb befördert oder mir wurde mehr Verantwortung übertragen- bis zu einem gewissen Punkt. Und genau an dem Punkt stand ich mir selbst im Wege. Es lag (meistens) nicht an meinen Vorgesetzen oder meinen Kollegen. Es lag an mir selbst. Es fehlte mir an Selbstreflexion. An Flexibilität. Ich war zu eingefahren- “das machen wir hier schon immer so!”… Ich war nicht bereit mich zu verändern.

Muss man sich verändern um Anderen zu gefallen?

Nö, das muss man nicht. Dann geht es aber häufig nicht weiter. Dann ist der Weg zu Ende. Entweder bleibt man dann in diesem ,mittlerweile ungeliebten, Job oder man sucht sich was Neues. Leider ist das Gras auf der anderen Seite meistens nicht grüner. Oder man macht das grüne Gras mit seinem Selbst kaputt. Ich habe mich weiter entwickelt. Habe gelernt mich selbst zu kritisieren, an mir zu arbeiten. Manche Dinge hatten nichts mit mir persönlich zu tun. Unbezahlte Überstunden zum Beispiel. Das ist einfach unterirdisch und traurig, dass es Betriebe gibt in denen das immer noch so ist.

Es gibt natürlich viele Menschen, die sind glücklich mit dem was sie tun. Sie wollen keine Verantwortung sondern einfach ihren Job machen. Das wollte ich nie. Ich mag Herausforderungen und löse gern Probleme. Ich brauche ein gewisses Stresslevel um zu funktionieren.

Was hat das alles mit Heimathaven zu tun?

Für mich eine ganze Menge. Wir sind zurzeit auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Wir suchen für Oldenburg zwei Auszubildende im Bereich “Fachkraft im Gastgewerbe”, einen Mitarbeiter im Service und in Bremen einen Mitarbeiter im Verkauf. Und das ist gar nicht so leicht. Man hört ja immer wieder wie schwer es ist “gutes Personal” zu finden. Dem stimme ich nur bedingt zu. Für “gutes Personal” sind in erster Linie die Arbeitgeber zuständig. Biete einen attraktiven Arbeitsplatz, so findest du motivierte Menschen die für dich arbeiten wollen.

Der zweite wichtige Punkt ist der Mensch selbst. Er muss bereit sein an sich zu arbeiten, er muss Menschen lieben, er muss gern Gastgeber sein. Er muss die Arbeitszeiten mögen und mit seinem Privatleben vereinbaren.

In der Gastronomie arbeiten nur Vollidioten und die werden auch noch ausgebeutet

Das kann ich nur zum Teil bestätigen. Vollidioten gibt es überall. Dass man ausgebeutet wird scheint bis heute in vielen Betrieben Gang und Gebe zu sein. Und das ist das wirklich traurige daran. Die Berufe an sich sind einfach toll.

Als Koch kann man kreativ sein, kann viel Neues entdecken, sich selbst verwirklichen- wenn man nicht durch den Chef ausgebremst wird.

Als Hotelfachfrau hat man so viele Möglichkeiten! Man kann die Welt auf einem Kreuzfahrtschiff bereisen, man kann in den besten Hotels der Welt arbeiten.

Als Restaurantfachfrau hat man mit so vielen Menschen zu tun, Stammgäste zu haben ist wirklich schön und bereichernd. Man hat die Möglichkeit so manchem Promi ganz nah zu sein.

Fachkraft im Gastgewerbe

Ist das nicht so ein Hilfsjob? Leider hat dieser Beruf oft den Beigeschmack eines Helferjobs. Er sei nicht vollwertig genug. Sollte einem dies wichtig sein, kann man noch ein Jahr Ausbildung (Hotelfach oder Restaurantfach) dranhängen. Es kommt immer darauf an, was man möchte. Möchtest du in einem hippen Laden als Barista oder Barkeeper arbeiten? Möchtest zu in die Systemgastronomie wechseln? Dies sollte in den meisten Fällen kein Problem sein- denn hier kommt es auf dich als Mensch an. Viele große Betriebe haben ihre eigenen Trainee Programme, für die eine Fachkraft Ausbildung völlig ausreichend ist.

Ich befürchte, dass der Ruf der Gastronomie so schlecht ist, und man deswegen schlecht neue Mitarbeiter findet. Viele sehen die Arbeit als Nebenjob an. “Kellnern kann doch jeder!” Damit ist es aber eben nicht getan. Unsere Arbeit wird so oft verharmlost. “Ein Café aufmachen, das ist mein großer Traum!” Wenn man dann in seinem Café steht und die Gäste einem die Bude einrennen- alle auf einmal- dann wird’s eng. Oder wenn die Gäste ausbleiben, weil die Getränke nicht schmecken- dann wird’s auch eng. Man bekommt meistens sofort Feedback. Jeden Tag sieht man glückliche oder unglückliche Gäste. Manche sagen einem direkt ins Gesicht was sie von dir und deinem “Saftladen” halten. Wir sind Schuld, wenn das Wetter schlecht ist oder wenn kein Fensterplatz frei ist. Wir sind Schuld, wenn die Tischnachbarn zu laut reden oder gar ein Baby plärrt.

Wir sind nicht nur “Kellner”. Wir sind Berater, Freunde, Psychologen und Prellböcke. Das ist genau das was man entweder liebt oder hasst. Willst du das alles nicht sein, dann bist du in der Tat falsch in der Gastronomie.

Gäste statt Kunden

Aber in Bremen ist doch alles anders. Da werden Mitarbeiter “im Verkauf” gesucht. Hier ist gar nichts anders. Vielleicht auch nur, weil Sascha und ich Gastronomen sind. Geht nicht, gibt’s nicht und so. Das leben wir vor. Wir sind auch in Bremen Gastgeber und haben keine Kunden sondern Gäste. Viele Mitarbeiter im Einzelhandel scheinen sich eher als der Mittelpunkt des Ladens zu sehen. Kunden stören häufig nur beim Plausch mit dem Kollegen. “Das ist nicht meine Abteilung!”, “Sorry, ich habe jetzt Pause!” Vielleicht bin ich voller Vorurteile, jedoch habe ich genau das nur allzu häufig gesehen. Manche Verkäufer sind penetrant und dazu noch fachlich inkompetent. Manche geben bloß Handzeichen oder stellen “Kasse geschlossen” Schilder auf, statt mit mir zu reden. Was für ein Alptraum!

Man merkt, dass dies ein emotionales Thema für mich ist. Ich komme vom Hundersten ins Tausendste.

Was ich eigentlich sagen will…

ist, dass wir zwei Ausbildungsplätze zu vergeben haben. Diese vergeben wir nicht an den Klassenbesten, sondern an den- oder diejenige die zu uns passt. An jemanden der Lust auf den Beruf hat, der Gäste mag, der sich für Delikatessen interessiert, der bereit ist Neues zu lernen.

Wo seid ihr, ihr tollen Menschen? Schaut euch unser Video an und dann meldet euch bei uns! Wir warten sehnlichst auf euch!

Autor: Nadine

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Pläne für 2019

Meine allerliebste Unternehmeraufgabe? Planungen aller Art! Ich liebe es einfach Dinge zu organisieren und Aufgaben zu planen. Dabei vergesse ich so richtig die Zeit und sprühe vor Energie. Aus diesem Grund mag ich den Januar am Liebsten. Der Januar ist für Sascha und mich die Zeit für unsere Jahresplanung.

Gestern, Heute, Morgen

Wir nutzen den ruhigen Monat, um uns einen ganzen Tag lang den Fragen unserer Zukunft zu stellen. Doch bevor wir uns diesen widmen müssen wir das letzte Jahr rekapitulieren. Selbstreflektion ist hier wichtig. Auf Teufel komm raus sein Ding zu machen, kann vielleicht funktionieren, ich denke jedoch nicht, dass dies der richtige Ansatz ist.

Unsere Jahresplanung machen wir nun das dritte Mal. Ich habe ein Konzept für uns erarbeitet, welches uns über das vergangene Jahr, über den heutigen Stand und über unsere Zukunftspläne sprechen lässt.

Unsere Agenda für die Jahresplanung 2019:

  • Rückblick 2018
  • Auswertung und Analyse der Zahlen
  • Umsatzplanung/ Personalplanung für 2019
  • Ideen und Pläne für 2019
  • Zielsetzung für 2019
  • Wie können wir unsere Gäste in diesem Jahr #dickbetrunkenundglücklich machen?

Stelle die richtigen Fragen, dann findest du Antworten

Der Rückblick und die Planung des neuen Jahres sind für uns mehr als eine Plan BWA zu erstellen, indem wir Zahlen von links nach rechts schieben. Es sind emotionale Themen für uns. Nur durch Fragen, die wir uns selbst stellen, bekommen wir Ideen für die Zukunft. Wir fragen uns:

  • Was war unser größter Erfolg?
  • Was war unsere größte Herausforderung? Wie haben wir diese erfolgreich gemeistert?
  • Was würden wir im kommenden Jahr nicht wieder machen?
  • Wie sah unser Privatleben aus?
  • Wie geht es unserem Team? Wie können wir sie glücklicher machen?
  • Welche Gästebeschwerden gab es?
  • Was wünschen sich unsere Gäste von uns?
  • Entspricht der Heimathaven von heute unserer Vision?

Dies sind nur ein paar Beispiele- tatsächlich gehen unsere Fragen noch tiefer ins Detail. All das spiegelt unser Unternehmen wieder. Sind wir auf dem richtigen Weg? Heimathaven ist unsere Leidenschaft und eben einfach mehr als eine Einkommensquelle.

Bücher sind meine Leidenschaft. Ich lese Bücher seit ich lesen kann. Seit ungefähr dreißig Jahren. Erst viele Jahre später wurde mir klar, dass es “Solche und Solche” Bücher gibt: “Lies mehr Bücher!” sagte mein damaliger Vorgesetzter zu mir – in einem Beurteilungsgespräch, indem es um eine eventuelle Beförderung ging. Ich verstand den Rat nicht, ich war zu jung oder zu sehr von meiner Leistung überzeugt, als dass ich den Rat ernst genommen hätte. Dennoch blieb der Rat hängen- er tauchte immer wieder in meinen Gedanken auf. Bis ich ihn eines Tages verstand. Nachdem wir Heimathaven gegründet haben und nachdem ich sicher schon zehn Bücher, die sich mit Unternehmensführung, Personalführung und dem Sinn des Lebens beschäftigen, gelesen hatte.

Es begann mit einem einzigen Buch. Eine ganz neue Welt öffnete sich. All diese Bücher brachten mir Ideen, Inspirationen und neue Gedanken. Sie veränderten meinen Blick auf die Welt und den Blick auf mich selbst.

So kam ich auf unser Konzept der Jahresplanung. Immer wieder passe ich es an, füge Fragen hinzu oder streiche Dinge, die wir längst geklärt haben.

Kreativität braucht Chaos

Das trifft definitiv auf mich zu. Ich nutze sämtlich Optionen um mir Dinge zu merken oder um Ideen zu notieren. Notizhefte, meinen Kalender, die Notizapp im Smartphone, Trello. Dann setze ich mich irgendwann hin und versuche in dieses Wirrwarr Ordnung zu bringen und sortiere alles zu. Vielleicht ein bisschen freaky das toll zu finden, oder? Habt ihr auch solche Macken? Wie organisiert ihr euer Chaos?

Wahrscheinlich gehört das dazu, wenn man ein Unternehmen führt. Man stellt selbst alles in Frage, man bekommt Feedback von seinem Team und von den Gästen. Vieles ist bloß Kleinkram, erscheint vielleicht sogar unwichtig. Ich bin davon überzeugt, dass eben genau dieser “Kleinkram” am Ende den Unterschied macht. Deswegen ist er es wert notiert und überdacht zu werden.

Autor: Nadine

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